Einloggen Registrieren Nutzerliste
Linux From Scratch Ubuntu (CD-Mirror)
Gilde êVoluTion Raid Happy Tree Friends Raid MCToo Gilde Saints and Sinners
Ereignis-Kalender Metadaten Passwörter

Vor einiger Zeit konnte ich zu meiner großen Freude einen Asus eeePC 900 erstehen. Der eeePC ist ein kleines, aber sehr, sehr feines Netbook. Der Einsatzgebiet liegt nicht wie beim Notebook darin, ein kompletten Desktop mit sich rumtragen zu können, sondern in erster Linie im einfachen und bequemen Zugang zum Internet.

Dabei wiegt der eeePC nicht mal 1 kg und ist äußerst handlich und kompakt. Im Inneren arbeitet ein Intel Celeron M mit 900 MHz. Der Bildschirm hat eine Größe von 8,9" bei einer Auflösung von 1024x600. 1 GB RAM runden das Ganze ab.

Und er ist trotz der geringen Größe gut zu bedienen, selbst auf der auf dem ersten Blick winzigen Tastatur kann man sehr gut tippen (das hier schreibe ich gerade auf dieser Tastatur). Die Hardware klingt nicht nach viel Leistung, aber das Arbeiten am eeePC ist sehr flüssig und angenehm. Für dieses Einsatzgebiet bekommt man nicht mehr (tragbaren) Rechner für so wenig Geld.

Leider ist mein eeePC aber nur die Version, die mit Windows XP ausgeliefert wird. Das ist natürlich ein untragbarer Zustand. Wink Zum Glück kann man problemlos Ubuntu Hardy installieren und mit zwei, drei Kniffen läuft das astrein (und schneller und wesentlich plattenschonender auch verglichen mit Windows - schon zur Langlebigkeit des Geräts ist hier eindeutig Linux vorzuziehen). Was genau zu tun ist, um das zum Laufen zu kriegen, darum geht es in diesem Artikel.

Leider befinden sich in diesem Modell nur zwei SSD-Laufwerke, einmal 4 GB und einmal 8 GB. Die Linux-Version besitzt hier 16 GB - um also das "Privileg" eines Microsoft-OS zu haben, muss man auf den Gegenwert von 8 GB Plattenplatz verzichten. Für meinen Einsatzzweck ist das nix problematisches, aber dennoch ein gutes Beispiel dafür, wie teuer Windows eigentlich ist.

Nun zum Thema: Folgende Schritte habe ich ausgeführt, um Ubuntu Hardy zu installieren. Das Ganze liegt schon ein paar Tage zurück, aber ich hoffe, ich vergesse nichts wichtiges:

Installation


Da der eeePC kein CD-Rom hat, muss man Ubuntu auf anderem Wege installieren. Perfekt dazu geeignet ist ein USB-Stick. Dieser muss mindestens 750 MB haben, damit die Ubuntu-Installations-CD drauf passt.

Man lädt sich die normale Ubuntu 8.04 Live-CD herunter. Mit der Alternate-CD geht der ganze Vorgang leider nicht!

Eine ausführliche Beschreibung, was zu tun ist, um einen bootbaren USB-Stick zu erhalten, werde ich mir hier sparen, da das ganze im Wiki von ubuntuusers.de beschrieben steht.
Nachdem man den Stick eingerichtet hat, kann man von diesem starten, indem man beim Bios-Screen des eeePC ESC drückt und dann den USB-Stick auswählt. Nun kann man mit der Installation beginnen.

Während der Installation ist es ratsam, keine Swap-Partition zu erstellen. Schreibzugriffe auf die SSDs sollten minimiert werden, wo möglich, und eine eigene Swap-Partition nicht nötig sein. Weiteres dazu steht weiter unten im Abschnitt "Festplattenzugriffe optimieren". Meine Partitionierung sieht folgedermaßen aus:

Dateisystem          Größe Benut  Verf Ben% Eingehängt auf
/dev/sda1 3,8G 2,3G 1,3G 64% /
/dev/sdb1 6,2G 229M 5,7G 4% /home
/dev/sdb2 1,2G 537M 580M 49% /var

Wichtig ist, den eeePC über ein Kabel ans Internet anzuschließen, damit gleich während der Installation die deutschen Sprachpakete (oder welche Sprache man wünscht) runtergeladen werden.

Nach der Installation funktioniert WLAN noch nicht. Dazu muss man den Treiber (derzeit noch) per Hand kompilieren und installieren und ihn vorher erstmal runterladen. Deshalb ist eine normale LAN-Verbindung zu Beginn wichtig.

Ansonsten verläuft die Installation soweit ganz normal.

Nach der Installation wird man freudig feststellen, dass die meisten Dinge sofort out-of-the-box funktionieren. Allerdings kann es möglich sein, dass das normale Ethernet auch nicht funktioniert. In diesem Falle den eeePC komplett ausschalten und die Batterie aus- und wieder einbauen. Nach dem Hochfahren funktioniert Ethernet plötzlich. (Das war eine einmalige Sache bei mir.)

Einrichtung


Andere Problembereiche sind folgende:

- WLAN
- eeePC schaltet sich nicht ganz aus beim Shutdown
- Funktionstasten
- OSD
- Compiz-Einstellung
- Prozessortaktung
- Empfohlene Optimierungen der Festplattenzugriffe

WLAN


Leider ist derzeit noch keine Unterstützung für den Atheros AR242x WLAN Adapter im Kernel integriert (das ändert sich aber die nächste Zeit). Deshalb muss man derzeit manuell nachinstallieren. Dazu lädt man sich zuerst einen aktuellen Snapshot bei madwifi.org herunter. Diesen entpackt man und kompiliert und installiert das ganze mit folgenden Befehlen im Terminal (die ersten beiden sorgen dafür, dass Compiler und Headerfiles installiert sind, die zum Bauen benötigt werden). Damit diese Anweisungen funktionieren, muss man sich im soeben entpackten Verzeichnis des Treibers befinden:

sudo aptitude update
sudo aptitude install build-essential
make clean
make
sudo make install

Nach einem Neustart sollte die Karte funktionieren und Funknetze im Umkreis erkannt werden.

Leider ist nach einem Update des Kernels diese Prozedur eventuell nochmal nötig, aber wie schon erwähnt, wird sich das in späteren Kernel-Versionen von selbst erledigen. Trotzdem ist es ratsam, den Quellcode des Treibers nicht zu löschen.

eeePC schaltet sich nicht ganz aus beim Shutdown


Leider schaltet sich der eeePC nicht ganz aus, wenn man den Rechner herunterfährt. Das erkennt man daran, dass zwar der Bildschirm aus geht, aber die LED noch leuchtet. Der Grund ist, dass das Sound-Kernel-Modul nicht automatisch beendet wird. Also richten wir das einfach manuell so ein, dass es das tut.
Dazu bearbeiten wird das Skript /etc/default/halt und fügen folgende Zeile ein:

modprobe -r snd-hda-intel

Die Datei sieht an der entsprechenden Stelle dann so aus:

...
do_stop () {
modprobe -r snd-hda-intel
if [ "$INIT_HALT" = "" ]
then
...

Funktionstasten


Auch für die Funktionstasten muss man manuell Hand anlegen. Dies ist leider etwas aufwändiger. Zuerst muss man das Paket für die ACPI-Unterstützung des eeePC installieren:

sudo aptitude install module-assistant eeepc-acpi-source
sudo m-a a-i eeepc-acpi
sudo sh -c 'echo eeepc-acpi >> /etc/modules'

Für die Audio- und Wifi-Hotkeys muss man ein kleines Skript schreiben. Wir legen eine Datei /etc/acpi/eeepc-hotkeys.sh an und füllen diese mit folgendem Inhalt:

#!/bin/sh

code=$3

case $code in
# Fn+F2 -- enable/disable wifi
0000001[01])
/etc/acpi/actions/wireless-toggle.sh
;;
# Fn+F7 -- mute/unmute speakers
00000013)
amixer set Master toggle
;;
# Fn+F8 -- decrease volume
00000014)
amixer set Master 10%-
;;
# Fn+F9 -- increase volume
00000015)
amixer set Master 10%+
;;
esac

Um das WLAN deaktivieren bzw. wieder aktivieren zu können, braucht man noch ein weiteres Skript namens /etc/acpi/actions/wireless-toggle.sh (das Verzeichnis muss man eventuell anlegen). Dieses Skript wird mit folgendem Inhalt gefüllt:

#!/bin/sh

wlan_control=/proc/acpi/asus/wlan

WLANSTATE=$(cat $wlan_control)

case $WLANSTATE in
1)
ifconfig ath0 down
modprobe -r ath_pci
echo 0 > $wlan_control
modprobe -r pciehp
;;
0)
modprobe pciehp pciehp_force=1 pciehp_debug=1
echo 1 > $wlan_control
modprobe ath_pci
echo 0 > $wlan_control
echo 1 > $wlan_control
;;
esac

Beide Skripte müssen ausführbar gemacht werden:

sudo chmod +x /etc/acpi/eeepc-hotkeys.sh
sudo chmod +x /etc/acpi/actions/wireless-toggle.sh

Nach einem Reboot sollten die Funktionstasten funktionieren.

OSD


Mit den vorhergehenden Skripten bekommt man zwar die Funktionstasten zum Laufen, aber leider funktioniert das OSD nicht, d.h. man hat keinerlei Ausgabe auf dem Bildschirm. Allerdings muss man dazu nur das eee-osd Paket installieren und schon funktioniert das OSD wie gewünscht.

Compiz-Einstellung


Compiz funktioniert tadellos auf dem eeePC. Jedoch passen einige Fenster nicht komplett auf den kleinen Bildschirm. Durch Halten der ALT-Taste kann man Fenster verschieben, wenn man reinklickt und die linke Maustaste gedrückt hält. Dies wird aber von einer Einstellung unter Compiz verhindert, die man deaktivieren sollte:

sudo gconftool-2 --set /apps/compiz/plugins/move/allscreens/options/constrain_y --type bool 0

Prozessortaktung


Der Prozessor läuft immer mit voller Leistung von 900 MHz, obwohl das in den meisten Fällen gar nicht notwendig ist. Um die Modifizierung der Prozessortaktung zu aktivieren, muss das Modul p4_clockmod geladen werden:

sudo modprobe p4_clockmod

Damit das automatisch geladen wird, muss man noch p4_clockmod an die Datei /etc/modules anhängen.

Um die Taktung über das Gnome-Panel steuern zu können, muss noch die entsprechende Datei ausführbar sein:

sudo chmod +s /usr/bin/cpufreq-selector

Ich habe bei mir noch eingestellt, dass als Minimaltaktung 337 MHz verwendet werden (im Gegensatz zu 112 MHz). Damit das funktioniert, muss zuerst das Paket sysfsutils installiert werden. Dann kann man die entsprechende Einstellung in der Datei /etc/sysfs.conf vornehmen. Diese Zeilen sehen bei mir so aus:

devices/system/cpu/cpu0/cpufreq/scaling_governor=ondemand
devices/system/cpu/cpu0/cpufreq/scaling_min_freq=337500

Empfohlene Optimierungen der Festplattenzugriffe


Da der eeePC SSD-Laufwerke verwendet, lohnt es sich, für eine lange Lebensdauer die Schreibzugriffe zu minimieren. Ich habe dazu folgende Dinge unternommen:

- Während der Installation habe ich keine Swap-Partition angelegt, sondern erstelle nun eine Swap-Datei. Es sollte eigentlich überhaupt nicht geswappt werden, aber da einfach Prozesse beendet werden, wenn der RAM komplett voll sein sollte und somit Datenverlust droht, ist es anzuraten, zumindest eine kleine Swap-Datei einzubinden und den Kernel anzuweisen, wirklich nur im Notfall zu swappen.
Wie das Anlegen einer Swap-Datei funktioniert, ist wieder mal wunderbar im Wiki-Eintrag zu Swap bei ubuntuusers.de beschrieben.

- In der Datei /etc/sysctl.conf sind folgende Einträge vorzunehmen:

vm.dirty_writeback_centisecs = 1500
vm.swappiness = 10

Das verändert die Häufigkeit, mit der der Kernel Bereiche aus dem Hauptspeicher auslagert (hier kann man auch 0 eintragen, um das Swappen soweit wie nur irgendmöglich zu verhindern; Standardwert ist 60).
Der Wert dirty_writeback_centisec ändert die Schreibzeiten von 5 auf 15 Sekunden. Das verlängert auch die Akku-Laufzeit.

- Die einzelnen Partitionen können mit anderen Parametern eingebunden werden. So kann z.B. die Option noatime angegeben werden, um das Sichern der Zugriffszeiten zu verhindern. Weiter kann durch die Angabe von commit festgelegt werden, wann die Daten aus dem Cache auf die Platte geschrieben werden. Eine Zeile meiner /etc/fstab sieht so aus:

/dev/sda1 /  ext3    noatime,commit=120,errors=remount-ro 0       1

-Temporäre Dateien kann man ins RAM schreiben lassen. Dazu müssen die folgenden Zeilen in die /etc/fstab eingetragen werden:

tmpfs     /tmp           tmpfs     defaults      0      0
tmpfs /var/tmp tmpfs defaults 0 0

Quellen


Quellen für die Informationen in diesem Artikel sind diese sowie meine eigenen Erfahrungen: Smile

- Wiki bei eeeuser.com
- Wiki bei ubuntuusers.de
- Tips for running Linux on a flash device

Diesen Artikel bookmarken

BlinkList  del.icio.us  Folkd  Furl  Google  Linkarena  Mister Wong  OneView  Yahoo MyWeb  YiGG
Klicken Sie auf das Symbol Ihres Bookmark-Service!

Tags zu diesem Artikel

Kommentare

  1. Kommentar 1 von Rene am 13.10.2008 um 14:10 Uhr (Permalink):
    Hi ...

    ich hab mir auch einen eeePC 901 gekauft und hatte Ubuntu installiert ... nach einigen hotfixes lief dann auch alles auch die Hotkeys.

    Dann musste ich den kleinen wegen eines defekts zurück zu asus schicken und als ich ihn wieder bekommen habe war leider die Installation zerschossen. Als ich alles wieder neu installiert habe und alle hotfixes eingespielt habe geht jetzt wieder alles ausser die beim 901 vorhandenen 4 hotkeys über der Tastatur.

    Ich habe im /var/log/acpid nachgeguckt und musste feststellen, das da acuh keine events ankommen, wenn ich diese Tasten gedrückt hatte. hast du vieleicht eine Idee ob ich kucken kann ob diese Tasten überhaupt funktionieren, oder ob es ein Hardware defeckt ist?

    LG
    René
  2. Kommentar 2 von Benjamin Heil am 16.10.2008 um 12:36 Uhr (Permalink):
    Hi Rene,

    entschuldige bitte die späte Antwort.

    Ich denke, dass Programm "xev" dürfte Dir ein bischen weiterhelfen. Das Teil zeigt Dir die KeyCodes an. Wenn da nix dabei rauskommt, dann klappt da irgendwas ganz grundlegendes nicht.

    Der obere Teil von folgendem Artikel im Gentoo-Wiki dürfte hierzu interessant sein:
    http://gentoo-wiki.com/HOWTO_Use_Mult...

    Das ist allerdings ziemlich ins Blaue geraten, muss ich zugeben.

    Ciao
    Benjamin

Kommentar schreiben


  
  
  
  
  

Weitere Artikel  Weitere Artikel von diesem Tag