Zimbra Collaboration Suite (Open Source Edition)


Viele Jahre habe ich meinen eigenen Mail-Server betrieben. Das war ein unter Linux relativ normaler Stack, bestehend aus Postfix, Courier bzw. später Dovecot, Clamav, Spamassassin, Amavis etc. Mit virtuellen Usern (gespeichert in MySQL). Ich würde sagen, das übliche. Als Frontend kam meist Thunderbird oder Opera Mail über IMAP zum Einsatz oder - für den Zugriff unterwegs - Webmail. Das Webmail war anfangs Squirrelmail, später dann Roundcube.

Als Google Apps rauskam, hatte ich das auch mal für ca. 3 Monate für ein paar meiner Domains eingesetzt. (Wer das nicht kennt: Das ist praktisch GMail, Calendar etc. mit der eigenen Domain statt der von Google.) Aber mir behagte nicht, dass alle meine wichtigen Daten irgendwo bei Google liegen. Ist vielleicht Quatsch, aber für meine Daten bin ich gern selbst verantwortlich. Also bin ich wieder zurück zum eigenen Server. Aber das Webinterface von GMail hat mich seit damals nicht mehr losgelassen. So ein fortschrittliches Arbeiten mit dem Medium Mail hab ich sonst nirgends gesehen. Schon allein die Tagging-Funktionalität, die Art der Anzeige von Konversationen usw. Das ist mit Thunderbird so einfach nicht zu machen.

Immer wieder hab ich mich umgesehen nach einer Möglichkeit, dass auch in dieser Art hinzubekommen (ohne 1000 Addons in Thunderbird installieren zu müssen). Einfach musste es dabei aber sein, da auch die anderen Mail-Nutzer bei mir davon profitieren sollten - und die interessieren sich alle nicht sonderlich für IT. Thunderbird mit Addons anpassen geht da schon deutlich zu weit.

Die Lösung für dieses Dilemma: Die Zimbra Collaboration Suite. Die Open-Source-Edition ist kostenlos. Es fehlen zwar einige Funktionen (kein Sync mit Smartphones, kein Rebranding etc.), aber es kommt nicht nur ans Google-Angebot ran, es übertrifft dieses IMHO sogar (bis auf diese paar fehlenden Funktionen, siehe Produktvergleich). Alles, was man sich wünschen kann, in einer Hand: Mail, Adressverwaltung, Kalender, ToDo-Liste, Notizen. Und das auf einem eigenen Server!

Seit einiger Zeit nun läuft mein alter Mail-Server nicht mehr. Wir sind alle umgezogen auf einen anderen Server, der die Zimbra Collaboration Suite fährt. Zuerst war ich skeptisch: Zimbra ist ein All-in-One-Paket. Alle Software, jeder einzelne Server (Apache, Postfix etc.), wird mitgeliefert und nicht aus den Paketquellen installiert. Solch ein All-in-One-Paket ist meist einfach zu installieren, aber die Hölle bei der Fehlersuche. Und es ist schwierig bis unmöglich, so genau an jeder einzelnen Schraube des Systems zu drehen, wie das bei einer "herkömmlichen" Einzelinstallation aller Pakete ist.

Aber nach einem erfolgreichen Testlauf mit einer Test-Domain haben wir dann den Schritt gewagt: Zimbra ist nun das Hauptsystem. Einige User nutzen weiterhin IMAP wie früher (über Thunderbird und Opera Mail) - für die ändert sich dadurch also nichts. Die meisten aber nutzen das Zimbra-Webinterface. Ich bin auch vollständig auf das Webinterface umgestiegen. Das ist so fortschrittlich, da brauchts keine Desktop-App mehr.

Man kann auch eine Demo-Installation besuchen unter Hosted Demo, allerdings muss man sich dafür registrieren.

Ich bin ziemlich begeistert davon und haben meinen Arbeitsablauf schon komplett darauf ausgerichtet (sprich: ToDo-Liste, Kalender, Adressverwaltung wird alles in Zimbra geführt).

Ich denke, das ist auch für Unternehmen zu empfehlen anstatt der typischen Microsoft-Monster-Kombination: Exchange mit Outlook auf Windows-Maschinen. Warum nicht ein dicker Server (oder mehrere, je nach User-Zahl) und überall Clients mit irgendeinem Browser? Zimbra läuft in jedem Browser perfekt (außer Opera). Mehr brauchts auf Desktop-Seite nicht. Viel weniger Aufwand, viel einfacher zu warten. Und kostengünstiger ist es wohl auch. Naja, leider scheint sich das nur schwer in Deutschland herumzusprechen - wie so oft in solchen Fragen.

Der einzige Wermutstropfen, der auch erwähnt werden soll: Zimbra braucht richtig Ressourcen (ist ja auch teils Java-Software Wink ). Der Server sollte mindestens 2 GB RAM haben. Und das ist das absolute Minimum. Also da lieber kleckern statt klotzen.

Noch ein Hinweis zum Abschluss: Für den Umzug lohnt es, sich mal imapsync anzuschauen. Das Programm macht genau, was der Name vermuten lässt. Damit konnte ich alle Mails des alten Servers auf den neuen überspielen, mit Ordnerstruktur, Flags und allem drum und dran. Hat fehlerfrei für alle Konten geklappt. Ist in Debian/Ubuntu als gleichnamiges Paket drin.

Thunderbird 3 ist erschienen


Thunderbird, der Mail-Client von Mozilla, ist in Version 3 erschienen. Die wichtigste Änderung dabei für Nutzer mit IMAP-Konten ist wohl, dass Mails lokal heruntergeladen und indiziert werden. Damit stehen diese Mails nicht nur auch offline zur Verfügung, sondern können schnell durchsucht werden. Und das klappt fantastisch, auch bei sehr großen Konten. Mein Konto hat rund ~30.000 Mails und sobald die mal indiziert waren, funktioniert das Durchsuchen in rund 2 Sekunden und wird in einer sehr übersichtlichen Ergebnisseite dargestellt:


Eine andere Sache ist die Archiv-Funktion, die Thunderbird nun voll integriert hat. Klickt man bei einer Mail auf den Archivieren-Button, wird dies in einen Unterordner von "Archives" mit dem aktuellen Jahr verschoben. Das entspricht in etwa dem Archivieren, dass man von Google's GMail kennt.
Das habe ich bisher manuell gemacht (mit dem tollen Addon Archive This), aber schön, wenn der Mailclient das direkt integriert anbietet.

Und Thunderbird kann nun auch die obligatorischen Tabs. Aber am wichtigsten erscheint mir, dass Thunderbird nun subjektiv wesentlich schneller ist. Da wirds hier oder da bestimmt die nächsten Tage Benchmarks geben. Ist vielleicht auch nur meine Einbildung.

Auf jeden Fall eine konsequente Weiterentwicklung.

Automatisiertes Backup von GMail-Konten mittels getmail


Wie man ein lokales Backup von GMail-Konten unter Linux einrichtet, dass auch noch automatisch funktioniert, ist in diesem (englischen) Artikel beschrieben:

How to back up your Gmail on Linux in four easy steps

Am besten verwendet man die Backup-Methode für ein mbox-File, da das nur eine Datei ist und somit nicht die verfügbaren inodes für das Backup verbraten werden. Anschauen und navigieren im Backup-File kann man z.B. mit dem Kommandozeilen-Programm mutt (mutt -f BACKUPFILE).

Mails per Postfix über GMails-SMTP-Server versenden (unter Debian oder Ubuntu)


Um Mails von einem Rechner, der mit Debian oder Ubuntu läuft, zu verschicken, kann man Postfix mit folgender Konfiguration einrichten:

Ich gehe davon aus, dass Postfix schon installiert ist. Die Server von GMail setzen für eine erfolgreiche Verbindung TLS-Verschlüsselung voraus. Das ist schon in Debians Postfix reinkompiliert, also müssen wir uns nur darum kümmern, gültige Zertifikate zu haben, damit die Verbindung zu Stande kommen kann (und natürlich braucht man einen gültigen GMail-Account, aber das ist wohl selbstredend Wink ).

Mailing-Listen-Archiv


Achtung: Dies ist nicht mehr verfügbar!


Über der Adresse http://listarchiv.bheil.net/ kannst Du ein Archiv vieler Mailing-Listen anschauen und durchsuchen.

Ich habe schon immer recht viele Listen abbonniert, aber bei der Datenmenge waren mir die Suchmöglichkeit des Mail-Clients zu eingeschränkt. Das Open-Source-Projekt Lurker bietet eine Möglichkeit, solche Mails abzulegen und über eine Webseite lesbar und vor allem durchsuchbar zu machen. Obige Webseite ist das Ergebnis.

Zwar weiß ich, dass es die meisten Listen anderswo auch als Archiv gibt, dennoch habe ich alle interessanten Themen gerne an einer zentralen Stelle und kann vor allem auch in allen Quellen gleichzeitig suchen.

Ich habe nun ca. zwei Wochen getestet, ob alles richtig funktioniert. Ab jetzt werden die Listen archiviert und sind jederzeit über http://listarchiv.bheil.net/ verfügbar.