Alle Artikel mit dem Tag "microsoft"

OOXML hat die Schlacht um Dokumentenformate verloren

21.06.2008 | Microsoft | 0 Kommentare
Eine freudige News gibts heut zu lesen: Microsoft-Manager: OOXML hat die Schlacht um Dokumentenformate verloren. Anscheinend ändert man bei Microsoft die Strategie bezüglich des eigenen Formats OOXML zu Gunsten von ODF und integriert ODF sogar in Microsoft Office.

Die Beschwerden einiger Länder bei der ISO haben also nicht nur dazu geführt, dass das Standadisierungsverfahren erstmal eingefroren wurde, sondern nun bekommt auch Microsoft (öffentlich) kalte Füsse. Interessant ist allerdings in diesem Punkt, dass diese Beschwerden von Ländern eingereicht wurden, die (noch) keine Technologienationen sind, nämlich Brasilien, Indien, Südafrika und Venezula. Warum die meisten Staaten in Europa und die USA damals Microsofts OOXML ohne Zaudern bei der ISO-Abstimmung abgenickt haben, das wäre mal eine Untersuchung wert. (Und warum über die ganze Sache keine der Mainstream-Medien berichtet hat, wäre auch eine Frage wert - immerhin betrifft diese Entwicklung fast jeden, der einen Computer bei der Arbeit verwendet, in irgendeiner Form.)

Hoffen wir, dass Microsoft nicht versucht, von innen heraus aus ODF doch wieder ein proprietäres Format zu machen, wie sie das schon in anderen Fällen erfolgreich versucht haben. Aber vielleicht ist das ein richtiger Schritt in eine unabhängigere Zukunft. Doch bevor man nun jubelt - obgleich dies eine wahrlich erfreuliche Nachricht ist - sollte man erstmal die Umsetzung in MS Office selbst abwarten und schauen, ob Microsoft wirklich hält, was sie da versprochen haben.

Die Musik gehört wirklich mir, warum geht das nicht?

23.04.2008 | Microsoft | 0 Kommentare
Ein gutes Beispiel, warum DRM ein großes Problem werden kann, liefert derzeit Microsoft.

Aus dem Artikel auf Telepolis:
MSN-Chef Rob Bennett hat beschlossen, den MSN Store zuzumachen. Man hat ja mit Zune ein paar neue Dinge auf Lager. Und dazu braucht es neue Stores. Wie stets bei MSN. Das ist OK, jeder darf Geschäfte auf- und zumachen. Dies ist ein freies Land mit freien Kunden. Freilich. Dumm nur, dass die Lizenzserver auch davon betroffen sind. Wer also damals vor nicht allzu langer Zeit dort Musik einkaufte, wird im Sommer ein Problem haben. Und zwar dann, wenn diese Musik auf einen neuen Computer überspielt und dann wieder freigeschaltet werden soll. DRM heisst das Zauberwort, aber der Zauber kann ins Auge gehen. Die Authentifizierung des Käufers ist ohne Server schlecht möglich.

Die Sache mit DRM sollte man sich wirklich zweimal durch den Kopf gehen lassen. Dann lieber eine altmodische CD kaufen - das funktioniert morgen auch noch ...

Nachtrag: Einen sehr guten Artikel über ähnliche Probleme bei anderen MS-Diensten hat Roland Wolters verfasst! Lesenswert ...

Microsoft-Software hat keine nennenswerten Fehler

14.04.2008 | Microsoft | 27 Kommentare
Gestern abend bin ich auf eine Seite gestossen, die Auszüge eines Interviews des Focus mit Bill Gates zeigt. Was ich dort las, konnte ich nicht so richtig glauben. Aber das Interview findet sich im Online-Archiv des Focus und dort kann man wirklich nachlesen, welche Mentalität bei Microsoft herrscht.

Das Interview ist vom Oktober 1995, also schon sehr alt, allerdings scheint sich seit dem nicht viel in Microsofts Denkweise (oder der von Bill Gates, falls da überhaupt ein Unterschied sein sollte) geändert zu haben.

Im Folgenden interessante Auszüge aus diesem Interview. Wer will, kann das ganze beim Focus direkt nachlesen.


Außenministerium will kein OOXML

09.04.2008 | Software | 0 Kommentare
Bei so einer Meldung kommt richtig Freude auf: Das Außenministerium verzichtet auch weiterhin auf OOXML, berichtet Golem. Gott sei Dank gibts dort Leute, die sich wirklich mit dem Thema befassen. Im Artikel sind die zwei wichtigsten Kritikpunkte wunderbar aufgezählt:

"Das Auswärtige Amt werde OOXML so lange nicht einsetzen, bis es unabhängig von der Plattform verfügbar sei [...]"

"Auch müsse sich der ISO-Standard einheitlich umsetzen lassen, es könne nicht sein, dass nur Teilmengen oder aber mehr als im Standard beschrieben, von einer Software unterstützt wird."

Was vielleicht fehlt, ist das zwangsläufige "Vendor-Lock-In"-Problem durch die Bindung an MS Office und Windows - aber das ist eigentlich ja nur eine Folge der beiden obigen Punkte.

OOXML ist also ein ISO-Standard

03.04.2008 | Kommentar | 0 Kommentare
Sorry, aber das stinkt. OOXML hat keinen relevanten Vorteil vor ODF. ODF gibts schon seit über einem Jahr und funktioniert. OpenOffice.org, Abiword, K-Office und sogar MS Office (mit Plugins von Sun) unterstützen ODF. Also freie Wahl für den Nutzer. Und was unterstützt OOXML? Microsoft Office 2007. Wow! Wahnsinn!

Das ganze riecht gewaltig danach, das hier nicht alles mit rechten Dingen zuging. Wer - außer MS - soll denn jemals eine 6000-seitige Spezifikation umsetzen und dabei 100% kompatibel bleiben, wenns bei der Abstimmung selbst noch offene technische Fragen zum "Standard" gibt? Selbst Microsoft wird das nicht genau so umsetzen. Das Format von Office 2007 muss ja auch angepasst werden, um dem ISO-"Standard" zu entsprechen, der nun verabschiedet wurde. Hier wird ein Monopol geschützt - nicht mehr und nicht weniger.

Tja, und was bleibt? Boykott von OOXML! Jedenfalls ist das das Resultat für mich.
Aber das dürfte im Großen so laufen, wie es immer bei solchen Dingen läuft: Dem normalen Benutzer ists egal, er speichert, was als Standardformat vorbelegt ist - und da der PC-Käufer Vista mit MS Office aufgezwungen bekommt, nimmt er auch OOXML und am Ende setzt sich das wieder durch. Na, das hat uns ja weitergebracht, gell?

Interessant hierzu auch, was Mark Shuttleworth dazu gesagt hat.

In der Suche von Windows XP alle Dateien durchsuchen

20.03.2008 | Microsoft | 0 Kommentare
Manchmal ist man ja doch gezwungen, mit Windows zu arbeiten. Eine der IMHO dümmsten Ideen von Microsoft war es, von der Suche nicht registrierte Dateien auszuschließen. Also praktisch alles, was interessant ist, aber nicht von Microsoft kommt (Endungen py, js, php, xml, css z.B.). Resultat: Die Windows-Suche ist in vielen Fällen nicht zu gebrauchen, vor allem wenn man nach irgendwas in Quellcode-Dateien suchen will.
Damit ich nicht jedes Mal wie der Ochs vorm Berg steh, hier einfach mal die Notiz, wo in der Registry das ganze änderbar ist:

Den Wert HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\ContentIndex\FilterFilesWithUnknownExtensions auf 1 setzen und gut is. Aber da wir ja unter Windows sind, ist natürlich ein Reboot bei dieser gravierenden Änderung fällig. Sad

100 Dinge über Vista

25.01.2008 | Microsoft | 0 Kommentare
Ohne viel Umschweife, hier ein Link zu einer Sammlung von Zitaten über Vista und dessen Scheitern. Darin kann man sich etwas vertiefen, es bietet viele Links zu echt interessanten und aufklärenden Artikeln.

Eine Liste der schmutzigen Tricks von Microsoft

25.01.2008 | Microsoft | 0 Kommentare
Diese Auflistung der Tricks, die Microsoft anwendet, um uns alle an sie zu binden (Jaja, Sauron lässt grüßen Wink ), ist äußerst empfehlenswert zu lesen. Allerdings leider nur in Englisch verfügbar.

Opera beschwert sich bei der EU über Microsofts "Web-Praktiken"

14.12.2007 | Fundstücke | 0 Kommentare
Wer hat schon mal eine Webseite geschrieben, die in allen Browsern anstandslos lief - bis auf den Internet Explorer? Die Unterstützung der offiziellen Webstandards im Internet Explorer ist bestensfalls durchwachsen. Ich will gar nicht wissen, wieviele Webentwickler Extra-Schichten für IE-Anpassungen einlegen mussten. Ich habe dafür auch schon etliche Stunden verschwenden müssen.

Opera (Hersteller des gleichnamigen Browsers) hat sich nun bei der EU beschwert: Zum einen wegen der Verknüpfung von IE und Windows, zum anderen, da Microsoft durch die Nicht-Einhaltung der Standards das Vorankommen des Webs erschwert und mit Eigenentwicklungen das Netz proprietär machen will (siehe der offene Brief vom Opera CEO). Mal schauen, wie das läuft. Recht haben sie in allen Fällen - und Microsofts Antwort, der Nutzer hätte die freie Wahl, welchen Browser er nehme, ist heuchlerisch. MS weiß genauso gut wie wir alle, dass der normale Durchschnitts-PC-Nutzer das nimmt, was vorinstalliert ist und mit den "Feinheiten" nichts anfangen kann ...

Allerdings muss man auch erwähnen, dass so ein Schritt für Opera nicht uneigennützig ist. Bringt er doch Publicity für das eigene Produkt. Aber recht haben sie in allen Punkten - und auch das Produkt dürfte ruhig etwas mehr Nutzer bekommen. Opera ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Browser ...

Die Probleme von Windows Vista

08.12.2007 | Microsoft | 0 Kommentare
Auf Microsoft Watch fragte Joe Wilcox, was denn mit Vista falsch läuft. Seine Schlußfolgerungen sind - hmmm - "gewöhnungsbedürftig", wie so oft. Aber in den Kommentaren dazu antwortet der User "bubu". Diese Antwort möchte ich hier mal übersetzen, da sie sehr gut die Probleme von Vista zusammenfasst und warum man - auch meiner Meinung nach - davon nur Abstand nehmen kann (die Übersetzung ist frei nach Schnauze, also nur inhaltlich, nicht wörtlich):


1. Vista ist zu teuer. Ein Betriebsystem sollte nicht soviel kosten. Warum sollte man Windows verwenden, wenn man Linux kostenlos oder Mac OSX für 100 $ haben kann? Das ist lächerlich. Vista Ultimate kostet um die 500.- €!

2. Vista ist zu besitzergreifend und braucht zu lange zum installieren. 15 GByte und eine DVD für ein Betriebssystem? Das ist verrückt. Kein OS sollte mehr als eine CD benötigen. Nur die OS-Kernkomponenten und Netzwerktreiber sollten auf eine CD... Der Benutzer kann den Rest über das Internet herunterladen. In Anbetracht der Tatsache, dass Vista zur Aktivierung eh ins Internet muss ...

3. Vista wurde zu früh veröffentlicht mit Tonnen von Fehlern.

4. Vista bringt nichts neues. Nur DirectX 10 ist innovativ und das kommende OpenGL 3 wird die selbe Funktionalität auch unter XP verfügbar machen. DirectX 10 nur auf Vista hilft keinem. Aero ist nur eine schlechte Kopie von Compiz oder Max OSX.
WinFS klang interessant, aber sie entschieden sich dazu, dass nicht zu bringen.

5. Vista ist ineffizient und vebraucht massig Ressourcen. Vista braucht einen großen Computer, um flüssig zu laufen. Ein Betriebssystem sollte schneller und effizienter im Laufe der Zeit werden, nicht anders herum. Ubuntu verbraucht 48 MB beim Start - und Vista fast 1 GB.

6. Vistas Kopierschutz, DRM und Aktivierung nerven. Legale Benutzer werden zu stark belangt. Das OEM Lizenzsystem ist ebenso unbrauchbar ... man ändert ein bischen was an der Hardware und braucht eine neue Lizenz.

7. UAC und das Sicherheitssystem. Ich möchte kein Popup sehen, wenn ich einen Eintrag im Startmenü verschiebe ...

8. Fehlen von Treiber und Support. Manche Treiber sind absolut unbrauchbar, für andere gibts es gar keine (mehr) ...
[Eigentlich ja ein Punkt, den man Linux "vorwirft" - komischerweise läuft da aber soweit alles, was ich bisher getestet habe]

9. Entwickler konnten nichts für Vista schreiben, solange VS2008 nicht draussen war. Die Frage ist warum man etwas exklusiv für nicht-portable Microsoft-Technologien schreiben sollte, wenn man das auch unter Einsatz von Eclipse, Netbeans, Java oder Open-Source-Bibliotheken machen kann?

10. Hört Microsoft auf die EU in Bezug auf die Monopolstellung und in sich geschlossene Technologien ... oder bezahlt 500 Mrd als Strafe? Microsoft sollte ihre Denkweise und den Code öffnen, damit User frei wählen können.

11. Es gibt zuviele verschiedene Vista-Versionen. Sie sollten Mac oder Ubuntu kopieren: Es gibt eine Desktop-Version mit allem dabei und eine Server-Version.

12. Die Ultimate-Version ist wertlos. Sie versprachen so viel und bisher gibt es kaum etwas davon...

13. Vista kam zu spät ... so wurde XP zu stark.

Nach all dem entschieden wir uns zu dem Wechsel zu Ubuntu und jetzt sind wir sehr glücklich darüber. Danke, Vista!


Soweit bubu. Ich schließe mich dem allem mal an - nur dass ich persönlich auf allen Systemen den Wechsel zu Kubuntu gemacht habe, da ich KDE vorziehe. Aber das ist mehr eine Geschmacksfrage.

Klar kann man über einige Dinge diskutieren (z.B. Punkt 8 mit den Treibern, was mehr an die Hardwarehersteller gerichtet ist oder Punkt 2: Nutzer ohne Internet oder mit Dial-Up-Verbindung hätten so das Nachsehen, dennoch sind 15 GB einfach nur grotesk), aber ändert das nichts am Gesamteindruck.

Und ca. 90% meiner Windows-Spiele laufen auch problemlos unter Wine - es gibt also wirklich keinen Grund mehr, sich das obige anzutun.